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Stipendium Stadttöpferei Neumünster

Im Jahre 1987 gründete die Stadt Neumünster in Trägerschaft der Dr. Hans Hoch Stiftung die erste und bislang einzige “Stadttöpferei” in Deutschland. Ziel dieses Stipendiums war ursprünglich, junge begabte Keramikerinnen und Keramiker aus Norddeutschland nach Abschluss ihrer Ausbildung zwei Jahre lang zu fördern und zu unterstützen. 2006 wurde das Konzept erweitert: Es können sich Absolventinnen und Absolventen aller künstlerischen Fakultäten bewerben, wenn sie mit keramischem Material arbeiten. Das Stipendium möchte  auch Künstlerinnen und Künstler aus den Ostsee-Anrainerstaaten Polen, Estland, Lettland, Litauen und der Insel Fünen ansprechen.

Seit 2007 beteiligt sich die Stiftung der Sparkasse Südholstein an den Ausgaben für das Stipendium.

Neumünster (77.200 Einwohner) liegt im Herzen des nördlichsten deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein an der Achse Hamburg-Flensburg, ungefähr gleichweit von Nord- und Ostsee entfernt (60-80km). Bekannt war Neumünster früher als Tuchmacher- und Weberstadt. 2007 wurde ein großes neues Textilmuseum im Zentrum eröffnet. In den "Holstenhallen" werden ganzjährig Messen und Großveranstaltungen geboten; auch das Schleswig-Holstein Musik Festival gastiert im Sommer mit etlichen Konzerten in der Stadt.

Das Gebäude, in dem die Stadttöpferei untergebracht ist, steht im Zentrum der Stadt in einer malerischen kleinen historischen Straße der Fußgängerzone. Erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Haus 1986 renoviert. Für die Stipendiatin/den Stipendiaten der Stadttöpferei wurde im Erdgeschoss in ehemaligen Ladenräumen eine großzügige Werkstatt mit Ausstellungsräumen eingerichtet ( insgesamt 108 qm). Die zugehörige Wohnung liegt im 1. Stock des Hauses (64 qm, 2 Zimmer, Küche, Vollbad). Ein kleiner Garten steht hinter dem Haus zur Verfügung. Die Werkstatt ist ausgestattet mit Drehscheibe, Gas- und Elektrobrennöfen, Spritzkabine und Vakuumstrangpresse.

Neben dem Ausstellungsraum bietet die Stadt weitere interessante Ausstellungsmöglichkeiten. In den mittlerweile fast 20 Jahren ihres Bestehens hat die Stadttöpferei in und um NMS große Bekanntheit erlangt. Nicht nur interessierte Bürger der Stadt, auch Sammler und Kunden aus ganz Norddeutschland finden sich mittlerweile unter den Besuchern.
Der keramische Rohstoff bietet ein sehr großes Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten, sowohl im angewandten Bereich (Gefäße, Baukeramik) wie auch als eigenständige Form der freien Bildenden Kunst. Dennoch muss für die Akzeptanz in Kunstkreisen noch immer geworben werden.

Aufgabe und Ziel des Stipendiums ist die Förderung von jungen talentierten Künstlerinnen und Künstlern, die überwiegend mit keramischen Mitteln arbeiten und denen das Potential einer Karriere im Kunstbetrieb zugetraut wird. Sie sollen hier in angenehmer Umgebung ohne wirtschaftliche Belastung ihren Stil vervollkommnen oder mit neuen Ideen experimentieren. Sie können erste Erfahrungen als Künstler sammeln im Umgang mit Neugierigen und Kaufinteressierten, mit Ausstellungen, evtl. auch als Unterrichtende in Kursen ansässiger Institutionen oder von privaten Gruppen. Die Stadttöpferei ermöglicht den kunstinteressierten Bürgern dieser Stadt Begegnung und Austausch mit wechselnden Künstlern und Begleitung ihres Schaffensprozesses. Durch ihre Einmaligkeit fördert sie das Selbstbewusstsein der hier Lebenden und die Attraktivität der Stadt.


Ausschreibung:

Es können sich für das Stipendium Absolventinnen und Absolventen von Kunsthochschulen und -Fachschulen bewerben, deren Abschluss bei der Bewerbung nicht länger als 3 Jahre zurückliegt. Eine Lebensaltereinschränkung besteht nicht.
Bewerben können sich auch angehende Künstlerinnen und Künstler aus den Staaten Polen, Lettland, Estland und Litauen und der Insel Fünen. Bedingung hierfür sind mindestens englische, besser sind deutsche Sprachkenntnisse.

Die Dauer des Stipendiums beträgt 2 Jahre.
Es können sich Einzelpersonen und auch Künstlerpaare bewerben, wobei nur an eine Person das Stipendium vergeben wird, die Partnerin/der Partner dennoch mitarbeiten kann. Einige interessante Partnerschaften hat die Stadttöpferei bereits erlebt (s. Liste).

Umfang der Förderung
Das Wohn- und Arbeitsstipendium beinhaltet freie Wohnungs- und Ateliernutzung. Der private Stromverbrauch sowie Telefonanschluss ist von den Stipendiaten zu tragen.
Jede Stipendiatin und jeder Stipendiat erhält während des Aufenthaltes monatlich 500 Euro netto zur Bestreitung des Lebensunterhaltes. Zum Auszug werden Wohnung und Ateliers wie vorgefunden übergeben.
Für geplante Ausstellungen erhält die Stipendiatin/der Stipendiat einen Zuschuss der Dr. Hans Hoch Stiftung sowie Hilfe bei der Ausführung.


Erwartungen an die Stipendiaten
Die Stadttöpferei soll der Öffentlichkeit zugänglich sein. Es ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs, daher wird von der Stipendiatin/dem Stipendiaten erwartet, dass sie/er die überwiegende Zeit in Neumünster lebt und arbeitet. In dieser Zeit übernimmt der Stipendiat die Verantwortung für die Führung der Werkstatt und den Betrieb der Ausstellungsräume.
Erwünscht ist mindestens eine (Einzel-)Ausstellung eigener Werke jährlich und die Bereitschaft, die eigene Arbeit interessierten Bürgern, Organisationen und Gruppen und den örtlichen Medien zu vermitteln. Erwünscht ist darüber hinaus in kleinem Umfang eine Galerietätigkeit, das heißt Durchführung von Ausstellungen mit Gastkünstlern.
Die Bewerberin/der Bewerber muss eine künstlerische Ausbildung abgeschlossen haben und überwiegend mit keramischem Material arbeiten.
Die Bewerberin/der Bewerber muss mit Abläufen und Technik eines Keramikateliers vertraut sein und selbstverantwortlich damit umgehen können.
Am Ende des Stipendiums übergibt die Stipendiatin/der Stipendiat ein Werkstück an die Dr. Hans Hoch Stiftung.

Eine Fachjury bestimmt die Stipendiatin/den Stipendiaten.
Diese Jury besteht aus:

  • einer/m der vorigen Stipendiatinnen/Stipendiaten
  • einer/m unabhängigen freischaffenden Keramikkünstlerin/Keramikkünstler
  • einer/m Lehrenden des Bereichs
  • einer/m führenden Vertreterin/Vertreter des Kulturbüros Neumünster
  • der/dem Kulturdezernentin/Kulturdezernenten oder seiner/seinem Stellvertreterin/Stellvertreter
  • einer/m Vertreterin/Vertreter des Berufsverbandes Bildender Künstler
  • einer/m Vertreterin/Vertreter des Kultusministeriums oder des Landesmuseums Schleswig
  • einer/einem Vertreter der Stiftung Sparkasse Südholstein

Folgende Bewerbungsunterlagen sind einzureichen:

  • Lebenslauf
  • Beruflicher Werdegang
  • Ausführliche und illustrierte, d.h. bebilderte Dokumentation der bisherigen künstlerischen Arbeit
  • Beschreibung der Ideen, Vorstellungen bzw. eines Konzeptentwurfes für die Arbeit während des Stipendiums in der Stadttöpferei

Das Stipendium wurde ab November 2009 an Danijela Pivasevic-Tenner vergeben.

Die aktuellen Bewerbungstermine erhalten Sie bei:


Dr. Hans Hoch Stiftung
Stadt Neumünster, Neues Rathaus
Großflecken 59
24534 Neumünster
Telefon +49 (0)4321/942 -2792
www.hochstiftung.de
info@hochstiftung.de

Stadttöpferei
Fürsthof 8
24534 Neumünster
Telefon +49 (0)4321/252 15 02

Die bisherigen Stipendiaten seit Gründung 1987:
Carina Brügmann-Gyamfi und Susanne Kallenbach, Nikolaus Gierend und Sigrun Wassermann, Eva Koj und Armin “Köstlich”, Si-Sook Kang, Kap-Sun Hwang, Roswitha Winde, Petra Blohm und Matthias Gumm, Suanne Meissner

 

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