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Stadttöpferei Neumünster
Das größte und
ehrgeizigste Projekt der Dr. Hans Hoch Stiftung ist die vom
Kulturbüro Neumünster konzipierte „Stadttöpferei“ und die
dazugehörige Galerie.

Seit 2007 wird die
Stadttöpferei auch von der Stiftung der Sparkasse Südholstein
unterstützt.

Nicht selten sind die letzten Studiensemester eines Kunststudenten
durch die bange Frage belastet, wo die eigene künstlerische Arbeit
fortgesetzt werden kann, wenn Ateliers und Werkstätten der
Hochschule nicht mehr zur Verfügung stehen.
Besonders hart betroffen sind die Vertreter plastischer
Disziplinen, zu denen auch die Keramik gehört und die mit
gewichtigen Materialien arbeiten und auf eine ortsgebundene
technische Einrichtung angewiesen sind.
Für den jungen Künstler, der die Hochschule verlässt, gibt es
keine Institutionen, in deren Schutz
er, versehen mit einem bescheidenen Salär, als Referendar oder
Assistent, den Übergang in die
Selbständigkeit vorbereiten kann. Er muss von einem Tag auf den
anderen sich einem rigorosen
Wettbewerb stellen und sich behaupten oder unterliegen.
Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Lebensläufe vieler
ernstzunehmender Künstler, so wird man feststellen, dass
Studienzeiten von 5 - 6 Jahren fast die Regel, dass aber auch 8 -
10 Jahre durchaus keine Seltenheit sind.
Daraus lässt sich folgern, dass Selbstfindung, Entwicklung der
künstlerischen Persönlichkeit und Aneignung der Ausdrucksmittel
ein lang währender Prozess ist, der sich in den verkürzten
Regelstudienzeiten kaum noch vollziehen kann.
Um so erfreuter zeigte sich Professor Johannes Gebhardt, Leiter
des Studiengangs Keramik an der Muthesius-Hochschule in Kiel, als
1985 Dr. Martin Sadek, Leiter des Kulturbüros Neumünster im
Auftrag der Dr. Hans Hoch Stiftung an ihn mit dem Angebot
herantrat, ein Atelier für begabte Absolventen einzurichten.

Innerhalb kurzer Zeit konnte, nach Besichtigung der vorgesehenen
Räume, ein Konzept für den Ausbau technisch gut ausgestatteter
Arbeitsräume, eines Ausstellungsraumes und einer im Haus gelegenen
Wohnung gefunden werden. Das gemeinsam entwickelte Konzept sah
vor, diese idyllisch im Zentrum der Stadt gelegene Einrichtung,
von der Hochschule empfohlenen Absolventen der Keramikklasse für
einen begrenzten Zeitraum kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Mehrere junge Keramiker und
Keramikerinnen hatten die Möglichkeit ohne Sorge um Wohnung und
Arbeitsstätte, ihre künstlerische Entwicklung weiter zur Reife zu
bringen und Kontakte zum Markt zu entwickeln.
Inzwischen ist es zur Gewohnheit geworden, dass die
Stipendiatinnen und Stipendiaten den Ausstellungsraum als „Galerie
im Fürsthof“ nutzen und mehrmals im Jahr Künstler zu Ausstellungen
einladen.
Aus einer weiteren Initiative, die sich aus der Zusammenarbeit von
Stipendiatinnen und Stipendiaten, ehemaligen Studenten der
Keramikklasse und dem Kulturbüro entwickelte, entstanden
Ausstellungen von Keramik
und Floristik, die auch überregional eine bemerkenswerte Akzeptanz
bei Fachleuten und Publikum gefunden haben.
Diese Beispiele zeigen, dass an dem Vermächtnis des Stifters Dr.
Hans Hoch nicht nur die unmittelbar Begünstigten, sondern durch
das dadurch erweiterte Kulturangebot alle aufgeschlossenen
Bürgerinnen und Bürger der Stadt teilhaben können. Man darf davon
ausgehen, dass dies im Sinne des Stifters ist.
In Zeiten leerer Staatskassen wird besonders gern bei den
Kulturetats gespart. Eine Stadt, der durch Bürgersinn und
kulturelles Engagement ein Vermächtnis wie die Dr.
Hans Hoch Stiftung zuteil wurde, kann sich glücklich schätzen,
weil ihr dadurch ein Handlungsspielraum für kulturelle und soziale
Aktivitäten erhalten bleibt.

Stadttöpferei
Fürsthof 8
24534 Neumünster
Telefon: 04321/252 15 02
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